Eine schräg fotografierte Seite vor einem undeutlichen Hintergrund. Darauf steht  Eckpunktepapier DEUTSCH POLNISCHES HAUS

»Ein Leuchtturm der Empathie« der Deutschen gegenüber Polen

Das Eckpunktepapier des Deutsch-Polnischen Hauses wird vorgestellt

Acht Personen stehen auf einer Treppe. Einige halten eine Broschüre in der Hand.

von links unten: Uwe Neumärker, Claudia Roth, Dariusz Pawłoś, Anna Lührmann, Peter Oliver Loew, Robert Parzer, Emilie Mansfeld, Agnieszka Wierzcholska © BKM/Kira Hofmann

»Die Einrichtung des Deutsch-Polnischen Hauses ist eines der wichtigsten erinnerungs- und kulturpolitischen Projekte Deutschlands«, sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth auf der Pressekonferenz am 29. August 2023, bei der sie das Eckpunktepapier des Deutsch-Polnischen Hauses. Gedenken – Begegnen – Verstehen vorstellte. »Unser zentrales Anliegen ist es, im Herzen Berlins einen Ort zu schaffen, der den polnischen Opfern des nationalsozialistischen Deutschlands gewidmet ist und der die Begegnung und Auseinandersetzung mit unserer Geschichte fördert. Wir wollen an diesem Ort Wissen über das Leid der Polinnen und Polen zwischen 1939 und 1945 vermitteln sowie auch über die deutsch-polnische Geschichte insgesamt informieren. Durch Wissen wollen wir würdiges Gedenken schaffen – denn Kenntnis der Geschichte ist eine wichtige Voraussetzung für ein gemeinsames Erinnern für die Zukunft.« 

Die Gedenkveranstaltung am 01. September zum 84. Jahrestag des Überfalls auf Polen, an der Staatsministerin Claudia Roth mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock teilnimmt, zeige, wie dringend in Berlin ein Ort des Gedenkens, Verstehens und der Begegnung mit dem Nachbarn Polen gebraucht werde.

»Wissen ist die Grundlage für Gedenken«, betonte Uwe Neumärker. Daher sei ein Ort der historischen Information mit Ausstellungen geplant. Um die deutsche Besatzung in ihrer Tragweite zu begreifen, müsse man auch die Jahrhunderte zuvor, die Höhen und Tiefen der deutsch-polnischen Geschichte in den Blick nehmen. Dabei sollen überraschende Themen und Perspektiven geboten werden. »Wir möchten Wissbegierde generieren!«, so Neumärker.

Mit dem Deutsch-Polnischen Haus entstehe ein »Leuchtturm der Empathie«, verkündete Prof. Peter Oliver Loew, »der deutschen Empathie gegenüber Polen, an der es in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten so häufig gefehlt hat.«

Neben zahlreichen Journalisten war der polnische Botschafter in Deutschland Dariusz Pawłoś anwesend, der dem Projekt die Daumen drückt.

Das Eckpunktepapier wurde im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Stiftung Denkmal) in Kooperation mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt (DPI) erarbeitet. Es dient als Grundlage für die Erarbeitung des Realisierungsvorschlags, der 2024 veröffentlicht wird. Bei der Stiftung Denkmal ist die Stabsstelle ›Deutsch-Polnisches Haus‹ mit Dr. Agnieszka Wierzcholska und Robert Parzer angesiedelt, beim DPI ist für die Betreuung der Jugend-Ideenlabore das Projektbüro ›Deutsch-Polnisches Haus‹ mit Emilie Mansfeld und Anna Jankowska betraut.

Das Eckpunktepapier finden Sie hier zum Download.
 

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