1.4.2025 - 31.12.2025

Estreicher-Gespräche

  • Auf Deutsch, Auf Polnisch
  • Online
  • Deutsch-Polnisches Haus

Im April dieses Jahres wird im Deutsch-Polnischen Haus ein experimentelles Programm mit dem Titel Estreicher Gespräche / Spotkania Estreicherowskie begonnen. Es widmet sich dem Schicksal von Kunst- und Kulturgütern in der NS-Zeit, während des Zweiten Weltkrieges und – in deren Folge – in den achtzig Jahren nach dem Krieg. Die Estreicher-Gespräche werden von erfahrenen deutschen und polnischen Provenienzforschern durchgeführt und richten sich zunächst an Fachleute aus beiden Ländern. Später werden sie auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Der Name des Projekts bezieht sich auf den polnischen Kunsthistoriker Karol Estreicher (1906–1984). Er war Initiator und Leiter des 1940 in London gegründeten Büros der polnischen Exilregierung für die Revindikation kultureller Verluste, Mitbegründer des alliierten Programms Monuments, Fine Arts and Archives (MFAA). Estreicher holte 1946 den Marienaltar von Veit Stoss (aus Nürnberg) und die Dame mit Hermelin von Leonardo da Vinci (aus dem Central Collecting Point in München), die in Krakau beschlagnahmt und ins Dritte Reich gebracht worden waren, nach Polen zurück.

Monuments Man Lt. Frank P. Albright, der polnische Verbindungsoffizier Major Karol Estreicher, Monuments Man Capt. Everett Parker Lesley, und Pfc. Joe D. Espinosa, Bewacher vom 34th Field Artillery Battalion, posieren mit Leonardo da Vinci's Dame mit dem Hermelin bei seiner Rückgabe an Polen im April 1946.