Idee und Umsetzung

Die Entwicklung des Deutsch-Polnische Hauses läuft seit mehreren Jahren.

2017

Initiative

Am 15. November 2017 wurde ein Aufruf an den deutschen Bundestag und die deutsche Öffentlichkeit unter dem Titel »Ein Polen-Denkmal in der Mitte Berlins zum Gedenken an die polnischen Opfer der deutschen Besatzung 1939-1945« veröffentlicht. Zu den Initiatoren zählen Florian Mausbach, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Prof. Dr. Dieter Bingen und Prof. Dr. Andreas Nachama. Das Anliegen geht auf Władysław Bartoszewski zurück, den 2015 verstorbenen Überlebenden von Auschwitz und Schirmherrn deutsch-polnischer Versöhnung.

2017 - 2020

Öffentliche Debatte und Entscheidung

In den folgenden Jahren entspann sich in der deutschen Öffentlichkeit eine Debatte um den Aufruf und die richtige Form der Erinnerungspolitik. Kritisch gesehen wurden unter anderem die nationalstaatliche Ausrichtung sowie das Fehlen eines Bildungskonzepts. Als Ergebnis der Diskussionen enstanden zwei Projekte: ein »Polen-Ort«, der später »Deutsch-Polnisches Haus« heißen wird und Denkmal, Dokumentations- sowie Begegnungszentrum umfasst, sowie das Dokumentationszentrum »Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzung in Europa« (ZWBE), das einen Blick auf ganz Europa wirft. Beide Projekte werden organisatorisch getrennt voneinander weiterverfolgt.

2020

Bundestagsbeschluss für »Polen-Ort«

Am 30. Oktober 2020 erfolgte der Bundestagsbeschluss »Mit einem Ort des Erinnerns und der Begegnung dem Charakter der deutsch-polnischen Geschichte gerecht werden und zur Vertiefung der besonderen bilateralen Beziehungen beitragen«.

2021

Erstes Konzept (Nikel-Kommission)

Für einen solchen »Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen« legte das Auswärtige Amt im September 2021 nach zahlreichen Konsultationen und Expertengesprächen unter dem Vorsitz von Rolf Nikel, Botschafter a. D. in Warschau, ein erstes Konzept vor.

2022

Projektstart bei Stiftung Denkmal und DPI

Nach der Bundestagswahl im Herbst 2021 ging die Zuständigkeit für den Polen-Ort vom Auswärtigen Amt an die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) über, die am 12. Mai 2022 die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Stiftung Denkmal) mit der Weiterentwicklung bisheriger Überlegungen – unter Einbeziehung des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt (DPI) – beauftragte.

Seit 2023

Stabsstelle »Deutsch-Polnisches Haus«

Im März 2023 wurde bei der Stiftung Denkmal eine Stabsstelle mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern eingerichtet. Das Projekt wird seitdem als »Deutsch-Polnisches Haus« weiterverfolgt. Unter dem Motto »Haus ohne Ort« werden bereits vor Gründung und Eröffnung des Deutsch-Polnischen Hauses Veranstaltungen und Kampagnen zu deutsch-polnischen Themen organisiert. In einem Eckpunktepapier hat die Stabsstelle ihre Ziele und Arbeitsweise festgelegt.

2024

Realisierungsvorschlag

Zusammen mit Expertinnen und Experten vor allem aus Deutschland und Polen hat die Stabsstelle einen Realisierungsvorschlag erarbeitet, der inhaltliche und organisatorische Grundlagen für das Deutsch-Polnische Haus legt. Er wurde am 26. Juni 2024 vom Bundeskabinett beschlossen und im Zuge der deutsch-polnischen Regierungskonsultationen am 2. Juli 2024 in Warschau vorgestellt. Der Realisierungsvorschlag bildet die Grundlage für einen künftigen Bundestagsbeschluss zur Gründung des Deutsch-Polnischen Hauses.

Nächste Schritte...

Parlamentarischer Beschluss zur Realisierung

Im Realisierungsvorschlag wird ein Zeitplan bis zur Eröffnung präsentiert. Voraussetzung für den Beginn ist eine Klärung der Standortfrage und Bereitstellung der finanziellen Mittel mittels eines Bundestagsbeschlusses. Die Stabsstelle Deutsch-Polnisches Haus ist dabei in Kontakt mit den zuständigen Stellen.

Phase 1: mehrere Monate bis ein Jahr

Ausbau

Vorbereitung eines architektonischen und künstlerischen Wettbewerbs, Prüfung der Voraussetzungen für den Bau, Berufung des wissenschaftlichen Beirats, Ausbau der Stabsstelle, Vorbereitung und Ausschreibung des Wettbewerbs, Beginn der Konzeption der Dauerausstellung, Ausbau der Tätigkeit als »Haus ohne Ort«

Phase 2: circa ein Jahr

Wettbewerb

Durchführung und Entscheidung des künstlerischen und architektonischen Wettbewerbs, Vorbereitung der Bauphase, Arbeit an der Konzeption der Dauerausstellung, Tätigkeit als »Haus ohne Ort«

Phase 3: circa fünf Jahre

Bau des Denkmals und des Gebäudes

Koordinierung des Baus, Konzeption und Gestaltung der Dauerausstellung, Tätigkeit als »Haus ohne Ort« (Bei früherer Fertigstellung des Denkmals soll dieses vor dem Rohbau an die Öffentlichkeit übergeben werden.)

Phase 4: circa ein Jahr

Vom Rohbau zur Dauerausstellung

Ausbau der Stellen, Ausstattung der Büro-, Bildungs- und Veranstaltungsräume, Aufbau der Dauerausstellung, Verpachtung des Restaurants und des Buchshops, Tätigkeit als »Haus ohne Ort«

Nach Abschluss aller vier Phasen

Eröffnung des Deutsch-Polnischen Hauses und Einweihung des Denkmals