© Sitzung der polnischen Regierung unter Beteiligung des polnischen Präsidenten Władysław Raczkiewicz in London, Narodowe Archiwum Cyfrowe
Am 16. September 2025 findet ein Vortrag von Krzysztof Kania (Toruń) und anschließend eine Podiumsdiskussion mit dem Titel »Stimme aus der Ferne? Die polnische Exilregierung im Zweiten Weltkrieg« im Museum Berlin-Karlshorst statt. An der Podiumsdiskussion nimmt Claudia Weber (Frankfurt Oder) teil. Die Veranstaltung wird von Robert Parzer (Deutsch-Polnisches Haus) moderiert.
Polen, September 1939: Nach der vollständigen Besetzung durch das Deutsche Reich und die Sowjetunion gemäß den Absprachen des Hitler-Stalin-Pakts floh die polnische Regierung nach Frankreich. Wie soll es mit Polen weiter gehen? Darüber herrschten im Land, in der Regierung im Exil und unter den Alliierten, die gegen Deutschland kämpften, die unterschiedlichsten Vorstellungen. Von London aus, wo die polnische Regierung nach der Besetzung Frankreichs im Sommer 1940 Zuflucht fand, steuerte sie den Untergrundstaat im Land und erhielt Informationen über die Verbrechen der deutschen und der sowjetischen Besatzungsmacht.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Exilregierung von den einstigen Verbündeten fallen gelassen. Wechselnde Allianzen und der immer verzweifelter wirkende Versuch, die eigene Legitimität angesichts der Installierung eines kommunistischen Regimes in Polen aufrechtzuerhalten, prägten bis 1990 die Politik der Exilregierung.
Krisen, Veränderungen, Multipolarität: Vieles von dem, was Politik auch heute noch kennzeichnet, sehen wir bereits in der Politik der polnischen Exilregierungen. Insofern zeigt die Veranstaltung nicht nur, was der Hitler-Stalin-Pakt für Osteuropa bedeutete, sondern lädt auch zum Nachdenken über den aktuellen Zustand der deutsch-polnischen Beziehungen ein.
Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Museum Berlin-Karlshorst und dem Deutsch-Polnischen Haus organisiert.
Krzysztof Kania, Professor an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der polnischen Diplomatie, und der polnischen Unabhängigkeitsemigration. Er ist Autor der ersten wissenschaftlichen Biografie über Edward Raczyński (Edward Bernard Raczyński 1891–1993 dyplomata i polityk, Warschau 2014), die vom polnischen Außenministerium als beste Veröffentlichung im Bereich der Geschichte der polnischen Diplomatie im Jahr 2015 ausgezeichnet wurde.
Claudia Weber ist Professorin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in der Kulturwissenschaftlichen Fakultät und Lehrstuhlinhaberin für Europäische Zeitgeschichte. Von 2017 bis 2019 war sie Leiterin des Viadrina Center B/Orders in Motion und von 2015 bis 2018 Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Ihre Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf Gewalt- und Diktaturengeschichte des 20. Jahrhunderts, Kulturgeschichte des Kalten Krieges, Geschichte des Krieges in der Moderne und die Historische Europäisierungsprozesse sowie Geschichte von Europakonzepten. Ihre 2019 veröffentlichte Monographie Der Pakt. Stalin, Hitler und die Geschichte einer mörderischen Allianz wurde 2022 mit dem Friuli Book Prize for Contemporary History ausgezeichnet.
© Foto: Europa Universität Viadrina
Robert Parzer ist Historiker und Leiter des Deutsch-Polnischen Hauses in Berlin. Mehr Informationen finden Sie hier.
Robert Parzer © Marko Priske/Stiftung Denkmal
Hinweis: Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung erteilen Sie Ihr Einverständnis, dass Foto- und Videoaufnahmen Ihrer Person als Teil von Überblickseinstellungen im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden können. Bei Veranstaltungen des Museums ist das eigene Fotografieren und Filmen (bspw. mit einer Handykamera) nicht gestattet.