21.10.2025 18:00 Uhr

Dawać w kość

Arbajten nach der Migration aus Polen

  • Podiumsdiskussion
  • Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin
  • FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Deutsch-Polnisches Haus

Dawać w kość 

Arbajten nach der Migration aus Polen

 

Veranstaltung mit Kateryna Danilova, Zofia nierodzińska und Lorena Simmel, moderiert von Jadwiga Kamola.

Die Geschichte polnischer Arbeitsmigration nach Deutschland ist lang. Sie beginnt mit den ersten Saisonarbeiter*innen im 19. Jahrhundert, findet ihren grausamen Höhepunkt in der Zwangsarbeit und der sogenannten „Vernichtung durch Arbeit“ in nationalsozialistischen Konzentrationslagern und setzt sich bis in heutige ungerechte und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse fort.

Was es heute bedeutet, unter solchen Bedingungen zu arbeiten, erzählen die Künstlerin Zofia nierodzińska und die Autorin Lorena Simmel in einer Diskussion mit Lesung. Beide haben selbst in prekären Arbeitsverhältnissen in der Landwirtschaft gearbeitet und ihre Erfahrungen in ihre künstlerischen Arbeiten eingearbeitet.

Die Sozialwissenschaftlerin Kateryna Danilova ordnet diese Erlebnisse in den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs über unfaire Arbeitsbedingungen ein.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig. 

Kateryna Danilova (MA Sozialwissenschaften) kommt aus der Ukraine und ist Branchenkoordinatorin für Baugewerbe & Landwirtschaft beim Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen e.V. & Faire Mobilität. Sie koordiniert die Initiative Faire Landarbeit, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Saisonbeschäftigten einsetzt. Während ihrer Arbeit am Projekt zur Situation ukrainischer Studierender in der deutschen Landwirtschaft recherchierte sie die Vermittlungsstrukturen und die Arbeitsbedingungen im Agrarbereich. Im Rahmen eines EVW-Projekts hat sie außerdem Geflüchtete und Drittstaatsangehörige über ihre Arbeitsrechte beraten. 

© Foto: Antje Pahl

Zofia nierodzińska ist Autorin von Texten, Kuratorin, bildende Künstlerin, Juniorprofessorin an der Akademie der Künste in Szczecin (Polen); stellvertretende Direktorin der Städtischen Galerie Arsenal in Poznań in den Jahren 2017-22; Chefredakteurin des Magazyn RTV: Plattform zu Kunst und Aktivismus von 2019 bis 2024; Herausgeberin von Büchern: Politiken der (Un-)Zugänglichkeit (2023), Acting Together (2022), Creative Sick States: AIDS, CANCER, HIV (2021). Ihre jüngsten kuratorischen Projekte waren: FERNBEZIEHUNGEN im Kunstverein Ost (KVOST), Berlin und Geographies of Collectivity in Times of Crises: Berlin Wien, Graz, Minsk, Kharkiv, Pristina bei alpha nova&galerie futura, Berlin. Sie beschäftigt sich mit der Kunst postsozialistischer Länder, mit besonderem Fokus auf Zugänglichkeit und Migration. Sie studierte an der Universität der Künste in Poznan (Promotion) und an der Universität der Künste in Berlin (MA). Sie lebt und arbeitet in Berlin. Mehr Informationen finden Sie hier.

© Foto: Katarzyna Wąsowska

Lorena Simmel wuchs in der Schweiz auf, studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne sowie Europäische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Warschau. Sie veröffentlichte Gedichte, Prosa und Essays u. a. in EDIT, Neue Rundschau und STILL und war Stipendiatin des 16.Klagenfurter Literaturkurses. Für die Arbeit an ihrem 2024 erschienenen Debütroman Ferymont erhielt sie das Arbeitsstipendium für Literatur des Berliner Senats. 2022 war sie Literaturstipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung. 

© Foto: Nane Dhiel

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutsch-Polnischen Haus.